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Akupunktur – Eine Alternative zur Schulmedizin?

Akupunktur entwickelte sich vor mehr als 4000 Jahren in China und hat auch in Korea, Japan oder Vietnam eine lange Tradition. Auch in Deutschland wenden sie immer mehr Ärzte als alternative Heilmethode an. Bei einigen gesetzlichen Krankenkassen werden die Behandlungskosten mittlerweile sogar übernommen.

Durch die Stimulation von definierten Akupunkturpunkten sollen Blockaden im Körper gelöst werden. Dies bewirkt meist keine Heilung, aber eine deutliche Schmerzlinderung. Laut chinesischer Tradition kann die Stimulation nicht nur durch das gezielte Stechen von Nadeln, sondern auch durch Wärmeanwendungen oder Akupressur (Massage des Punktes) erreicht werden. Seit den letzten Jahren gewinnt die Laserakupunktur immer mehr an Bedeutung, da sie völlig schmerzfrei und dennoch sehr wirkungsvoll ist.

Eine Akupunkturbehandlung wird zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Suchtproblemen, Allergien, Schwangerschaftsbeschwerden oder Depressionen empfohlen. Die individuellen Erfahrungen der Patienten über die Wirksamkeit der Akupunkturbehandlung sind unterschiedlich. Einige Patienten erfahren eine deutliche Schmerzlinderung, andere verspüren keinen Erfolg.

Gibt es aussagekräftige Studien, welche die positive Wirkung einer Akupunkturbehandlung belegen?
Um die Wirkung der Akupunkturtherapie mit anderen Ansätzen zu vergleichen, wurden in Deutschland mehrere Studien durchgeführt. Bei der weltweit größten Studie “German Acupuncture Trials” (GERAC) wurden mehre tausend Menschen mit chronischen Knie- und Rückenschmerzen sowie chronischer Migräne oder Spannungskopfschmerzen behandelt. Hierbei wurden die Nadeln bei einigen Probanden auf definierte Akupunkturpunkte gesetzt. Bei anderen Patienten setzten Akupunkteure die Nadeln oberflächlich und weit entfernt von wirksamen Akupunkturstellen auf den Körpermeridianen an (Scheinakupunktur). Eine dritte Versuchsgruppe wurde nach der klassischen Schulmedizin (z.B. mit Medikamenten oder Krankengymnastik) behandelt.

Im Ergebnis der Studie erwies sich die Akupunkturbehandlung als sehr wirksam und erzielte deutlich bessere Resultate als die Methoden der Schulmedizin. Allerdings zeigte sich auch, dass sich sowohl das gezielte als auch das willkürliche Ansetzen der Akupunkturnadeln positiv auf die Schmerzlinderung und auf die Beweglichkeit der Patienten auswirkt. Die Gründe für die ähnlich guten Ergebnisse werden heftig diskutiert. Einige Mediziner vermuten, dass sich bei den Patienten durch die intensive Zuwendung des Therapeuten eine starke Placebowirkung entfaltet hat. Dem gegenüber steht die Aussage, dass der Akupunkteur nicht über die gesamte Behandlungszeit bei den Patienten gewesen sei. Eindeutige Antworten zu diesem Thema gibt es nicht.

Kann Akupunktur dem Körper schaden und für wen ist sie nicht geeignet?
Bei einer Akupunkturbehandlung treten unter normalen Umständen keine ernsthaften Nebenwirkungen auf. In Einzelfällen kann eine Behandlung lokale Blutungen oder Hämatome hervorrufen oder zu Müdigkeit und leichtem Schwindel führen. Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung sollten von einer Akupunkturbehandlung absehen. Auch in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, denn diese Methode fördert die Produktion von ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) und Oxytozin. Diese Stoffe schaden dem ungeborenen Kind und können vorzeitige Wehen auslösen. Patienten mit einer Metallallergie sollten ebenfalls auf eine Akupunkturbehandlung verzichten.

Um kein Risiko einzugehen, sollte die Behandlung nur von einem ausgebildeten und geprüften Akupunkteur durchgeführt werden. Dieser kann am besten einschätzen, ob diese Methode für Sie geeignet ist. Außerdem kennt er die Möglichkeiten der Schulmedizin und kann die Akupunktur mit anderen Behandlungsmethoden kombinieren. Untersuchungen belegen, dass sogenannte Kombinationstherapien die besten Ergebnisse erreichen, da die Heilwirkung der Akupunkturtherapie durch Methoden der Schulmedizin verstärkt werden kann.

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